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3096 Tage von Natascha Kampusch

Gebundene Ausgabe von List
Preis bei Amazon: EUR 19,95, Angebote ab EUR 18,50

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3471350403, Erscheinungsdatum: Sept. 2010
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4 Kundenrezensionen:

Naja...
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Ob das geschriebene alles der Wahrheit entspricht? Wir werden es nie erfahren. Elisabeth Fritzl hat hier sicher einiges mehr durchmachen müssen.
Von der Sehnsucht nach Freiheit, der Hoffnung die eines Tages siegt..
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Bei einer Person wie einer heute zweiundzwanzigjährigen Natascha Kampusch, muss man sich eigentlich zuerst einmal fragen, warum so ein Schicksal, solch eine gewaltige Projektionsfläche darstellt. Ein Phänomen, das alle angestammten Ansichten, Meinungen, Einstellungen und Urteile zu provozieren scheint. Eine unschuldig entführte junge Frau, oder besser Kind, die in die Schlagzeilen geriet, missverstanden wurde, der man Dinge unterstellte, die mit Stalker uns sonstigen merkwürdigen Anträgen, auch Heiratsanträgen konfrontiert wurde, Medienberichte, die zu überborden schienen, liessen das Phänomen einer Natascha Kampusch, völlig aus den Fugen geraten. Wer den Medien Glauben schenkte, wusste irgendwann überhaupt nicht mehr, wem oder was da noch zu glauben wäre. Schon damals dachte ich, wenn sie doch nur das Eigene berichten könnte. Nun hat sie ihr eigenes Buch veröffentlicht, endlich. Endlich können wir an dieser persönlichen und erschütternden Geschichte einer Entführung in einer Form teilnehmen, die direkter, ehrlicher, intimer und offener nicht sein könnte. Ein Versuch, dem Widersprüchlichen, dem Unaussprechlichen , dem Sprachlosen, einen Ausdruck zu geben, der in seiner Art und Ausführung nicht besser hätte gemacht werden können..

Was mich ganz besonders freut, ist die Tatsache, dass hier versucht wurde, diese Geschichte professionell aufzuarbeiten. Mein Verdacht, daraus nur Profit zu schlagen, musste ich bald zur Seite legen. Unter Mithilfe von Heike Grönemeier, die als Lektorin gearbeitet hat, als auch Corinna Milborn, die als Autorin und Journalistin arbeitet, wurde hier versucht, achtsam und sachlich, fast schon wie unter fachmännischer Betreuung, mit einer gekonnten schriftstellerischen Leistung, in aller Ruhe an eine Geschichte heranzugehen, wo man wusste, dass diese im Vorfeld, über alle Massen zu überborden schien. In flüssiger, angenehmer, leicht zu lesender Sprache, scheint sich hier ein Team von Leuten gebildet zu haben, um dem Ganzen etwas authentischer, nüchterner, sachlicher, ehrlicher, aufrichtiger zu begegnen. Ein Buchprojekt, wo ich anfangs etwas Skepsis hatte, musste ich dann im Nachhinein revidieren, einen Glückwunsch dafür, den Versuch zu machen, der Wahrheit damit ein Stückchen näher zu kommen, ohne ständig noch Einfärbungen von Drittpersonen aufzunehmen.

Ein Buchprojekt also, wo die Betroffene erzählt, und zwei Autorinnen das Ganze in eine sprachliche schriftstellerische Form bringen. Natascha Kampusch erzählt darin ihre ganze Geschichte. Sie beginnt im Vorfeld, ihrer Eltern, ihrer Grossmutter, dort wo ihre Familie lebt. Wir erfahren der Hergang der Entführung, als sie 10 Jahre alt ist, Lernen ihren Peiniger Wolfgang Priklopil kennen, der hier ganz einfach Täter genannt wird, gehen mit in ihr Verlies, in dem sie nur noch Gefangene sein wird, hören von ihr erfahrenen Misshandlungen, der körperlichen und seelischen Gewalt die sie erfährt, dem Entzug von Tageslicht, jeglichem Kontakt, dem Nahrungsentzug und ihrem Hunger, "Es ist so einfach, einen Menschen an sich zu binden, den man hungern lässt", ihrer ausweglosen Abhängigkeit, erfahren wie sie zu ihren Überlebensstrategien kommt, was sie durchleidet, woran sie verzweifelt, und welche Form der Gehirnwäsche sie von ihrem Entführer ausgesetzt ist, immer wieder bringt er die gleichen Behauptungen, und versucht dadurch sein Opfer gefügig zu machen:

"Deine Eltern haben dich gar nicht lieb..Sie wollen dich nicht zurück. Sie sind froh, dass sie dich endlich los sind...Du bist nichts wert, du musst mir dankbar sein, dass ich mich deiner angenommen habe. Niemand würde dich sonst wollen. Du kannst froh sein, dass ich dich gefunden habe, du könntest draussen doch überhaupt nicht leben. Wer würde dich schon wollen..Ich bin dein König, du bist meine Sklavin. Du hast gar kein Recht auf ein eigenes Leben. Du bist da, um mir zu dienen." Sie schreibt dazu: "Das Bild, das mein Leben für niemanden einen Wert hatte, allen voran nicht für meine Eltern, war schlieslich eines seiner wichtigsten psychologischen Mittel, mich gefügig und abhängig zu halten."

Sie ist gezwungen ihre eigene Strategie zu fahren: "Was mir damals half, waren tatsächlich die Selbstgespräche mit meinem zweiten Ich und meine Notizen...schrieb mir selbst lange Briefe und kleine Geschichten.." Sie macht sich schriftlich Mut, formuliert Durchhalteparolen, die sie selbst vorliest. Immer wieder wird sie sich sagen, dass sie sich nicht aufgeben darf. Zum Überleben gehören ihre kleinen Fluchten, Bücher, Videos, Fernsehserien, die ihr der Täter zur Verfügung stellt. Bei körperlichen Misshandlungen schreibt sie: "Ich verlies meinen Körper, wenn der Täter ihn traktierte, und sah von weitem zu, wie das zwölfjährige Mädchen am Boden lag und mit Tritten bearbeitet wurde." Ein Leben, wo die tägliche Misshandlung zur Tagesordnung gehörte:" Ich spürte damals, dass der Täter mich mit körperlicher Gewalt nicht brechen konnte. Wenn er mich die Treppen zum Verlies hinunterschleifte, mein Kopf auf jeder Stufe aufschlug und mein Rippen Prellungen davontrugen, dann war es nicht ich, die er ins Dunkel auf den Boden warf. Wenn er mich gegen die Wand drückte und würgte, bis mir schwarz vor Augen wurde, war es nicht ich, die um Luft rang. Ich war weit weg, an einem Ort, an dem er mich selbst mit seinen schlimmen Tritten und Schlägen nicht berühren konnte."

Für Wolfgang P. wird sie Hausfrau, Arbeitssklavin, Mutterersatz, Mülleimer für seelische Befindlichkeiten, Sandsack, Gefährtin, Punchingball. "Ich war eine Sklavin, eine Untergebene. Weniger wert als ein Haustier. Ich hatte keine Stimme mehr." Sie wird aus ihrem Leben gerissen: "Der Täter hat mich aus meiner Welt gerissen und in seine eigene gesteckt. Der Mensch der mich geraubt hatte, der mir meine Familie und meine Identität genommen hat, wurde zu meiner Familie." Tatsächlich hatte die Gehirnwäsche in Sachen Flucht seitens ihres Peinigers seine Wirkung, die Androhung sie und sämtliche Helfer umzubringen hielt die junge Frau in Schach, selbst in Situationen wo sie in die Öffentlichkeit mitgenommen wurde, sass sie wie im eigenen Gefängnis, aus dem sie wie nicht auszubrechen vermochte.

Das Absurde, das sich seinen Weg bahnt, ein Entführer und ein Opfer, das sich in "beziehungsähnliche" Anteile abzeichnet: "Als der Täter später noch einmal ins Verlies kam, bat ich ihn, bei mir zu bleiben, mich ordentlich ins Bett zu bringen und mir eine Gute-Nacht-Geschichte zu erzählen." Ein Mädchen dass nur einen Menschen hat, den Täter, sieht darin das Menschliche, was für uns schlicht nicht nachvollziehbar ist:"Nach ein paar Monaten im Verlies bat ich ihn zum ersten Mal, mich zu umarmen. Ich brauchte den Trost einer Berührung, das Gefühl menschlicher Wärme..damit ich mir einbilden konnte, eine liebevolle, umsorgende Berührung zu spüren." Sie entscheidet sich gegen den Hass für ihren Peiniger:"Wäre ich ihm ausschliesslich mit Hass begegnet, hätte mich dieser Hass zerfressen, dass ich nicht mehr die Kraft gehabt hätte, zu überleben."

Vor allem diese menschliche Note ist es, die so unglaublich absurd und in keiner Weise nachvollziehbar erscheint. Eine menschliche Note, die sich wie sanft über das Grauen legt..Natascha Kampusch will sich nicht in die Ecke des "Stockholm-Syndroms" stellen lassen. "Unter dem Stockholm-Syndrom versteht man ein psychologisches Phänomen, bei dem Opfer von Geiselnahmen ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Entführern aufbauen..Es mag sein, dass ich mich auch deshalb so vehement dagegen wehre, in die Schublade des Stockholm-Syndroms gesteckt zu werden."

Auch über den Medienrummel, nimmt sie Stellung: "Ich musste zusehen, wie mein kleines, so lange eingeschlossenes Privatleben auf den Titelseiten landete. Alles, was ich selbst vor dem Täter noch verbergen hätte können, wurde nun in die Öffentlichkeit gezerrt, die sich ihre eigene Wahrheit zurechtlegte."

Fazit: Eine wahre und erlebte Geschichte um eine Kindesentführung, die 8 1/2 Jahre andauern sollte. Natascha Kampusch hat Glück gehabt, denn sie hat überlebt. Ihr Buch greift das Thema Kindesentführung auf, das in der heutigen Zeit, aktueller nicht sein könnte. Ein Buch, das wie ein amerikanischer Psychothriller oder fast schon Krimi klingt, und dazu noch ein Happyend in sich birgt. Ein Erfahrungsbericht, über den Wahn, ein entführtes Kind zu formen oder zu schaffen. Ein Buch über eine Jugendliche und eine Kindheitserfahrung, die in der Sprache von Erwachsenen verfasst wurde, wo man sich fragen kann, ob diese überhaupt jene Erfahrungen nachvollziehen oder gar empfinden können, die nur eine Natascha Kampusch erlebt hat. Eine Geschichte vom Unmenschlichen, dem Bösen, und der Anwesenheit des Menschlichen. Natascha Kampusch bedient hier die Neugier des Leserschaft, die Neugier unserer Gier nach Sensation unserer heutigen Gesellschaft. Ein Buchprojekt, wo man den Eindruck hat, als ob Fachleute, Psychologen Anteil an der Buchgestaltung hatten. Eine Traumaerfahrung eines jungen unbedarften Mädchens, rund um Abhängigkeit, auch oder vor allem der emotionalen, Verlust der Kindheit und Jugend, und nicht zuletzt zu erwähnen, die Beziehung zum Täter, wo gerade durch die Abhängigkeit ein positives Verhältnis geschaffen wurde. Nicht zu vergessen dabei, die Rollen der Medien, aber auch der Polizei, die wohl Ermittlungsfehler vertuschen wollte. Vielleicht müssen wir diese menschliche Note einer Natascha Kampusch nicht nachvollziehen können, und trotzdem spürt man darin ihr Herz und ihre Menschlichkeit, aus diesem Grund zum Schluss, ein Zitat, wo man ihre eigene Auseinandersetzung oder besser dem Wunsch nach Wiedergutmachung spüren kann... verstehen? Nein, verstehen müssen wir das nicht..

"Ich habe in meinen Äusserungen einen wunden Punkt getroffen und mit meinen Versuchen, dem Menschen hinter der Fassade des Peinigers und Saubermannes nachzuspüren, Unverständnis geerntet. Ich habe mich nach meiner Befreiung sogar mit Wolfgang Priklopils Freund Holzapfel getroffen, um über den Täter sprechen zu können. Weil ich verstehen wollte, warum er zu dem geworden war, der mir das angetan hatte. Doch ich brach diese Versuche schnell ab. Man gestand mir diese Form der Aufarbeitung nicht zu und verbrämte sie mit dem Begriff Stockholm-Syndrom."

Wolfgang Priklopil hat sich nach der Flucht von Natascha Kampusch beim Nordbahnhof in Wien vor einen Zug geworfen und sich das Leben genommen.
Ein erschütterndes Dokument
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dieses Buch sei all denen empfohlen, die Frau Kampusch mehr in die Ecke eines Mittäters, denn der eines Opfers gerückt haben. Manches Stammtisch-Argument zerbröselt zu Staub, wenn man mit den Fakten in ihrer gesamten Schonungslosigkeit konfrontiert wird.

Das Buch beschreibt sehr gut das Seelenleben der Gefangenen. Das Leiden über 3096 Tage lässt sich jedoch lediglich erahnen. Wie soll man sich auch das Unvorstellbare vorstellen können. Sie beschreibt, wie sie sich mit der Situation arrangiert hat, wie sie ihre Opferrolle, die nicht durch tätliches Auflehnen und Widerstand ausdrückte, angelegt hat. Man begreift, die Lähmung dieses jungen Geschöpfes, die es verhinderte aus Alltagssituationen, wie dem Besuch eines Baumarktes, zu fliehen.
Das Buch ist gut strukturiert, sauber formuliert und das gewisse Maß an Unterhaltsamkeit fehlt ebenfalls nicht.
Ich verbeuge mich vor dem Opfer. Nach dem Lesen dieses Buches noch etwas tiefer.
Viele neue Informationen, sehr tolles Buch
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Wer hier schreibt, man erfahre nichts neues aus dem Buch, was nicht schon in der Presse zu hören war, schreibt völlig Unwahres. In dem Buch sind sehr viele Dinge über Nataschas Leben zu lesen, die sehr wichtig sind, um ihr Leben und das was sie durchgemacht hat, zu verstehen. Gerade das ausführliche Kapitel über ihre Kindheit und wie genau sie alles beobachtet und analysiert hat. Sie ist eine ganz starke Person, die sehr klug und erwachsen ist. Dass sie soviel Kraft ausstrahlt, bedeutet nicht, dass sie nicht leidet. Wer das Interview bei Beckmann gesehen hat bekommt einen sehr guten Einblick in ihre Lebensgeschichte und die Persönlichkeit. Ich finde es mutig und toll, dass sie das Buch geschrieben hat und sich von den vielen Anfeindungen nicht runterziehen lässt. In ihrem Buch gibt sie auch einen tiefen analytischen Einblick in die Gesellschaft Österreichs und der Gegend in Wien, wo sie aufgewachsen ist. Es ist sehr beeindruckend.
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Produkt-Bild: Eat Pray Love: Eine Frau auf der Suche nach allem quer durch Italien, Indien und Indonesien

Eat Pray Love: Eine Frau auf der Suche nach allem quer durch Italien, Indien und Indonesien von Elizabeth Gilbert

Broschiert von Bvt Berliner Taschenbuch Verlag
Preis bei Amazon: EUR 11,90, Angebote ab EUR 10,49

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3833304731, Erscheinungsdatum: Juli 2007
Zoom ± Produkt-Bild: Eat Pray Love: Eine Frau auf der Suche nach allem quer durch Italien, Indien und Indonesien

4 Kundenrezensionen:

Mit Leichtigkeit zu lesen
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ob es nun aus dem englischen richtig übersetzt ist oder nicht.....es ist ein Buch dass sich mit Leichtigkeit liest.
Vielleicht muss nicht immer alles so tiefgreifend sein wenn es um unsere spirituelle Reise geht, vielleicht braucht man manchmal auch nur eine leichte Lektüre um für sich selber tiefere Wahrheiten zu finden. Natürlich ist es eine Erfahrung die Liss gemacht hat und nicht wir selber, aber ein kleinwenig fand ich mich in gewissen Situationen wieder. Und bestätigt.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und es ist auf meiner Lebensreise ein fröhlicher und farbiger Punkt. :-)
Sinnessuche die unter die Haut geht
5 Punkte 5 von 5 Punkten
ich finde es interessant, dass das Buch sehr positve als auch sehr negative Bewertungen erhalten hat. Empfehlen würde ich es jeder Freundin. Doch ich bin mir sicher, dass sich Menschen, die sich ihrer selbst sehr sicher sind und noch nie einen Schicksalschlag zu überwinden hatten, nicht die Botschaft dieses Buches verstehen werden. Die Autorin hat wunderschön formulierte Gedanken, die mir selbst sehr viel gegeben haben.
einfach ein geniales Buch
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich bin dieses Buch noch am lesen,aber ich kann nur für mich sprechen,ich finde es einfach genial.
Bla, bla, bla......
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Ich habe mich vom Umschlagtext verleiten lassen, dieses Buch zu kaufen und habe es inzwischen bereut.
Liz ist eine junge Frau, die eigentlich alles hat aber nicht wirklich weiß, was sie vom Leben erwartet oder will. Irgendwie kommt sie mir wie eine dumme, verzogene Göre vor, mit einem starken Hang zum Egoismus und zerfließend vor Selbstmitleid. In meinen Augen geht sie immer den Weg des geringsten Widerstandes. Als es in einem Gespräch mit ihrem Ehemann um die endgültige Familienplanung geht (schließlich ist Lizbeth schon 30), fühlt sie sich total überfordert und befürchtet, ihre schriftstellerische Karriere könnte einen Knick erleiden. Nun sind solche Gedanken und Befürchtungen durchaus normal und berechtigt, aber die Art und Weise der Auseinandersetzung damit hat mich befremdet. Jede Nacht setzt sich Liz heulend auf dem Fußboden ihres Badezimmers damit auseinander, während ihr Mann seelenruhig im angrenzenden Schlafzimmer schlummert und von ihrem Martyrium nichts mitbekommt. Letztendlich kommt Elizabeth zu dem einfachen und genialen Schluß, sich mal eben kurzerhand von ihrem Mann scheiden zu lassen. Nach ermüdender Scheidung, einer Hopp On- Hopp Off- Liebesbeziehung, weiteren diversen Heulattacken auf diversen Badezimmerböden und einer Depression beschließt sie, auf einen "Selbstfindungsmeditationstrip" zu gehen. Dazu müssen Italien, Indien und Indonesien herhalten. Während sich die Beschreibung ihres Italienaufenthaltes noch recht kurzweilig liest, kann ich ihrem Indienaufenthalt einfach nichts abgewinnen und quäle mich nun schon geraume Zeit mit dem leserischen Vorwärtskommen. Ich glaube nicht, dass ich das Buch bis zum Ende lesen werde, dafür ist es mir einfach zu langweilig. Liz hat auch nicht wirklich dazugelernt und sich in meinen Augen nicht weiterentwickelt. Als sie in einem indischen Ashram "Richard aus Texas" kennenlernt, nimmt sie es ihm übel, dass er in ihr lesen kann wie in einem offenen Buch und ihr die Meinung sagt. Na gut, vielleicht hat ihr Selbstfindungs- und Meditationsversuch doch zaghafte Früchte getragen, jedenfalls kann sie ihre Wut über den Seelenstriptease zügeln und "Richard aus Texas" bleibt ihr Seelenfreund- nicht ihr Seelenverwandter. Den Unterschied zwischen beiden -Seelenfreundschaft und Seelenverwandtschaft- kann der geneigte Leser im Buch nachlesen. Tja, und da verläßt mich mein Durchhaltevermögen.... Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich versucht habe, die deutschsprachige Ausgabe zu lesen. Ich werde mich jedenfalls leichten Herzens von diesem, nicht bis zum Ende gelesenen Buch trennen und mir mit Sicherheit auch nicht den Film ansehen!!!!! Glücklicherweise sind die Geschmäcker verschieden.
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Produkt-Bild: Höllenritt: Ein deutscher Hells Angel packt aus

Höllenritt: Ein deutscher Hells Angel packt aus von Bad Boy Uli

Broschiert von Econ Verlag
Preis bei Amazon: EUR 18,00, Angebote ab EUR 13,25

3 Punkte.
3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3430201063, Erscheinungsdatum: Mai 2010
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4 Kundenrezensionen:

Kriminell
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Wenn man das Cover und den Titel so sieht, denkt man an Sex and Crime, packende Insider-Storys und Geheimnisverrat. Leider wird man schwer enttäuscht. Das größte Verbrechen, das Bad Boy Uli verübt hat, war, dieses Buch zu schreiben. Ich will gar nicht wissen, wie viele Menschen vor Langeweile über die immer gleichen Storys gestorben sind, sich über den platten und farblosen Stil kaputtgelacht haben oder sich totgeweint haben am Ende vor lauter Mitleid mit dem armen Uli, den die deutsche Justiz schmählich im Stich lässt, nachdem er sie jahrelang zum Narren gehalten hat.
Für einen Bestseller eher mäßig
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Ich hatte mehr erwartet. Das Buch hat kaum mehr als 200 recht schmal und groß beschriebene Seiten, so dass man schnell durch ist. Der Autor trägt z. T. ziemlich dick auf. Hätte mir mehr Details und Hintergründe gewünscht und vermisse z. T. den Tiefgang.
Preis ist nicht gerechtfertigt
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Also ich kann das Buch nicht weiterempfehlen, zumindest nicht für den Preis. Es liest sich schnell und flüssig und damit ist es für das Geld nur eine sehr kurze Unterhaltungslektüre. Die Geschichte an sich ist zwar interessant aber trotzdem auch weit entfernt von irgentwelchen spektakulären Enthüllungen über die Hell's Angels.
Eintauchen in eine andere Welt1
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ja mal ein super Buch,was aus dem wahren Leben ist!!! Ich fande es fesselnd und spannend
habe es trotz Arbeit in jeder freien Minute in 2 Tagen gelesen!!!
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Produkt-Bild: Endlich berühmt!: Gregs Filmtagebuch. Wie Greg zum Filmstar wurde

Endlich berühmt!: Gregs Filmtagebuch. Wie Greg zum Filmstar wurde von Jeff Kinney

Gebundene Ausgabe von Baumhaus Verlag GmbH
Preis bei Amazon: EUR 12,99, Angebote ab EUR 9,50

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3833936398, Erscheinungsdatum: August 2010, Auflage: 2
Zoom ± Produkt-Bild: Endlich berühmt!: Gregs Filmtagebuch. Wie Greg zum Filmstar wurde

3 Kundenrezensionen:

Für Greg- und Filmfreunde ein großer Spaß!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Nun hat Jeff Kinney - der Autor und Zeichner der erfolgreichen Greg-Tagebücher - also ein Filmtagebuch geschrieben. Kein Wunder, wurden jetzt doch schließlich Gregs Tagebücher verfilmt (bei uns im Herbst 2010 im Kino zu sehen).

Herausgekommen ist einerseits ein ziemlich typisches Greg-Buch, mit den bekannten linierten Seiten, dem Handschrift-Font und den kleinen Comic-Zeichnungen, andererseits aber auch ein mit vielen farbigen Fotos illustriertes Making-of- und Hinter-die-Filmkulissen-Guck-Buch. Und das ist sowohl für junge als auch ältere Leser ziemlich interessant im Buch dargebracht.

Kinney erzählt vom Casting der Darsteller, berichtet von der Suche nach den passenden Drehorten, zeigt zahlreiche Beispiele aus der Requisitenabteilung und verrät den einen oder anderen Filmtrick (was tun, wenn das Wetter nicht passt? Warum gibt es einen Nachdreh - und wie wird dieser umgesetzt?)

Immer wieder garniert der Autor seine Backstage-Eindrücke mit launigen Greg-Gags. Das Buch kann ich beherzt allen Greg-Fans aber auch Film-Freunden empfehlen. Und der Film wird sicher im Kino geguckt!
Tolles Buch zum Film, kann ich nur empfehlen
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Auch als Erwachsener hatte ich eine Menge Freude an dem Buch, das ich allen Eltern wärmstens empfehlen kann. Die Art der Beschreibung ist irgendwie so originell komisch, dass ich auch immer wieder schmunzeln konnte. Fazit: Ein herrlicher Lesespass für die ganze Familie. Zuvor habe ich gerade den Amazon-Titel Die 40 kuriosesten Inseln mit Vergnügen gelesen, das ich auch allen Eltern mit schulpflichtigen Kindern wärmstens empfehlen kann, weil das Buch auf eine sehr originelle Art (lebte auf Monte Christo ein Graf? Gibt es auf der McDonald-Insel Fast Food? usw.) schlicht Appetit auf Geographie macht.
Wie die Bilder laufen lernen
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Jeff Kinney hat hier fast ein Sachbuch über die Entstehung eines Films geschrieben. In seinem witzigen, spritzigen Stil schreibt er auf ca. 200 Seiten wie die Bilder aus seinem Werk "Gregs Tagebuch" laufen lernen. "Gregs Filmtagebuch" bietet viele Informationen wie am Filmset gearbeitet wird, mit welchen lustigen Problemen die Filmemacher zu kämpfen haben und wie ein Film entsteht. Wir - Vater und Sohn - haben das Buch am Wochenende verschlungen und freuen uns schon auf den Film, der am 16.09.10 anlaufen soll.
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Produkt-Bild: So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!: Tagebuch einer Krebserkrankung

So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!: Tagebuch einer Krebserkrankung von Christoph Schlingensief

Taschenbuch von btb Verlag
Preis bei Amazon: EUR 8,99

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3442740703, Erscheinungsdatum: Sept. 2010
Zoom ± Produkt-Bild: So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!: Tagebuch einer Krebserkrankung

4 Kundenrezensionen:

Fast ein Sachbuch
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Bin kein großer Opernfan und kenne Schlingensief eher aus dem Feuilleton ganz allgemein aus den Medien.

Wegen der zahlreichen sehr positiven Rezensionen und weil ich einfach gerne lese, habe ich mir das Buch gekauft. Ich weiß nicht ob es an mir liegt, aber ich kann wenig bis gar nichts aus den positiven Rezensionen nachempfinden. Dieses Buch hat es nicht geschafft, mich zu berühren. Ich empfinde es als seltsam distanziert, fast wie ein Sachbuch, empfinde Schlingensief's Erzählstil als anstrengend. Obwohl der Autor ja einen Einblick in eine sehr belastende, sehr persönliche Situation gibt, bleibt er mir fremd. Ich wusste nicht, dass er wohl die meisten Passagen in ein Diktiergerät gesprochen hat und das Buch ist dementsprechend rein chronologisch aufgebaut. Ob das aber den Unterschied zu anderer Literatur zum gleichen Thema ausmacht?

Denke ich an Leonhard Lentz "Der Indianer" oder Ruth Picardie "Es wird mir fehlen, das Leben", werden beide Autoren sofort vor meinem geistigen Auge lebendig. Obwohl beide die Krankheit nicht überlebt haben. Das Buch von Lentz ist von Anfang der 90er Jahre, das von Picardie aus den späten 90ern. Das ist immerhin schon eine Weile her. Schlingensief habe ich eben ausgelesen und schon nahezu alles vergessen.

Schade. Hatte mir sein Buch, insbesondere nach den vielen 5-Sterne-Rezensionen, völlig anders vorgestellt und bleibe etwas ratlos zurück.
Mir hat's gefallen
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Wer bei diesem Buch einen ausführlichen Leidensbericht mit allen Schikanen erwartet wird enttäuscht. Oft fehlen Teile der "Handlung" und man wird eher ins kalte Wasser geworfen. Doch darum ging es für mich beim Lesen dieses Buchs gar nicht. Ich empfand die Darstellung des Prozesses der Selbstfindung und den Umgang mit der Krankheit wesentlich interessanter. Man lernt den Autor auszugsweise kennen und kann nicht alles in ein harmonisches Bild setzen. Das Buch hat mich zum Nachdenken gebracht und das ist alles, was man sich von einem guten Buch wünschen kann. Nichts ist schlimmer als einfach die Lösung am Ende präsentiert zu bekommen.
Für mich war das Buch eine Bereicherung.
Für von dieser Krankheit betroffene Menschen ist dieses Buch eine Ermutigung, nicht aufzugeben, vor allem die Würde nicht
5 Punkte 5 von 5 Punkten

Der berühmte Regisseur und Energiekünstler, der Tausendsassa der deutschen Kultur- und Theaterszene, jener Mann, der seit Jahren sprüht vor Ideen und der ruhelos von einem Projekt zum anderen hetzt, sieht sich Anfang 2008 von einem Tag auf den anderen mit der Diagnose eines Lungenkrebses konfrontiert; sein einer Lungenflügel ist betroffen, obwohl er doch gar nicht raucht.

Und so wie seine beruflichen Projekte versucht auch er auch diese Nachricht aufzunehmen. Er nimmt sich ein Diktiergerät und vertraut diesem Gerät in den folgenden Monaten fast täglich all das an, was er erlebt, denkt und fühlt:
"Dieses Buch ist das Dokument einer Erkrankung, keine Kampfschrift. Zumindest keine Kampfschrift gegen eine Krankheit namens Krebs. Aber vielleicht eine für die Autonomie des Kranken und gegen die Sprachlosigkeit des Sterbens. Meine Gedanken aufzuzeichnen, hat mir jedenfalls geholfen, das Schlimmste, was ich je erlebt habe, zu verstehen und mich gegen den Verlust meiner Autonomie zu wehren. Vielleicht hilft es nun auch einigen, diese Aufzeichnungen zu lesen. Denn es geht hier nicht um ein besonderes Schicksal, sondern um eines unter Millionen", schreibt er Ende März 2009 in seinem Vorwort, als nach einer vorübergehenden Verbesserung seines Zustandes durch eine Operation und eine anschließende Chemotherapie, sich auch in seinem verbliebenen Lungenflügel Metastasen gebildet haben.

Es ist ein schreckliches Buch, das Schlingensief da geschrieben hat, weil es von einer Krankheit handelt, gegen die ein Mensch sich letztlich nicht wehren kann. Es ist ein elendes, ein wahnsinnig trauriges Buch, aber auch ein sehr schönes Buch, weil es seinem Autor gelingt, eine Authentizität herzustellen, die unter die Haut geht.

In einem Leben, dass immer bestand aus Energie, völliger Freiheit, Plötzlichkeit und die Menschen mitreißendem Enthusiasmus, aus Wut und grenzenloser Phantasie, hat der Krebs die Macht übernommen.
Zunächst ist Christoph Schlingensief noch richtig bemüht, seine Diktate zu inszenieren, ist selbst ganz hingerissen von den vielen neuen Bildern, die ein solch radikal neuer Lebenszustand mit sich bringt:
"Es gibt eben Bilder, die haben keine Eindeutigkeit, in so einem Bild befinde ich mich zurzeit. Und ich habe das schließlich immer gemocht, dass es Bilder gibt, die nicht eindeutig sind, die aus Überblendungen bestehen und auf die die Leute völlig unterschiedlich reagieren."

Er besucht das Grab seines Vaters, träumt davon ein Opernhaus in Afrika zu bauen, wenn er wieder gesund wird und er setzt sich mit Gott auseinander. Mal ist er ihm nahe, mal ganz fern. Diese Gespräche mit Gott waren für mich die anrührendsten Passagen in einem Buch, das einen nicht kalt lassen kann. Wenn er etwa einfach schreibt: "Und ich lebe doch so gerne." Oder wenn er immer wieder mit Gott rechtet, einen Gott, den er durchaus als seinen Gott ansieht, und ihn anklagt wie damals Hiob: "Und das lieber, Gott, ist die größte Enttäuschung, dass du ein Glückskind einfach so zertrittst."

Das Buch ist ein Dokument eines Menschen, der so wie viele andere sprachlose Krebskranken vor ihm alle Phasen der Krankheit durchkämpfen muss, den Schock der ersten Nachricht, die Diagnose, die Hoffnung auf die Therapie, deren unsägliches Leid und am Ende doch zu spüren, dass man den Kampf verlieren wird. Aber er bleibt nicht sprachlos in seinem Leid; er spricht darüber, und behält gerade dadurch seine Menschenwürde bis zum nahen Ende, als er beginnt, Abschiedsbriefe in sein Handy zu tippen und jeder Optimismus verflogen ist.

Für von dieser Krankheit betroffene Menschen ist dieses Buch eine Ermutigung, nicht aufzugeben, vor allem, nicht die Würde aufzugeben, obwohl sie einem an jeder Ecke des medizinischen Betriebs geraubt wird. Für einen gesunden Leser wie den Rezensenten ist die Lektüre eine permanente Frage an sich selbst, wie man in einer solchen Situation handeln und entscheiden würde.

Und es bleibt zurück ein Gefühl der Dankbarkeit über jeden neuen Tag geschenktes Leben.
Wenig Leben/Menschen, viel Gott/Vater Schuld und Sühne
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Leider kommt der Mensch nur selten vor (Ausnahme Aino und Dr. Kaiser). Es geht viele, viele Seiten lang um die Gottesfrage und um die Beziehung zum verstorbenen Vater bzw. dessen Einstellung zum Leben.
Sollte Herr Schlingensief dieses hier lesen, so möchte ich sagen, dass ich mich natürlich nicht darüber aufregen darf, was er in seiner Gefühlslage in sein Diktiergerät säuselt. Ich bin halt eher ein "Aino-Typ" und brauche Gott (vielleicht noch) nicht. Der Gefühlswahnsinn mit Aino war aber schön zu lesen und hat mich sehr berührt.
Manchmal sind die Zeitlücken zu groß und manchmal zu klein. Es ist halt kein geplantes Buch und ich liebe nichts mehr als die Realität und Spontanität. Alles Gute! (Mit warmen Menschen auch ohne Gott)
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Produkt-Bild: Nacktbadestrand

Nacktbadestrand von Elfriede Vavrik

Gebundene Ausgabe von Edition a
Preis bei Amazon: EUR 19,50, Angebote ab EUR 14,80

3 Punkte.
3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3990010093, Erscheinungsdatum: Februar 2010, Auflage: 9., Aufl.
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4 Kundenrezensionen:

Ein gesellschaftliches Bedürfnis wird angesprochen
5 Punkte 5 von 5 Punkten


Buchbesprechung eines Bestsellers.doc
Buchbesprechung eines Bestsellers

Über eine Kontaktanzeige- die Autorin inserierte mehrere Male- suchte die 79jährige Autorin

Elfriede Vavrik, Nacktbadestrand, Edition a, 9. Auflage vom 15. Februar 2010
in amazon
Nr. 1 in Romanhafte Biografien und
Nr. 3 in Literatur

deutlich jüngere Partner, die in einer festen Beziehung leben". Sie sucht die Partner einzig und allein zum Sex. In ihr Such- und Beuteschema gehören Männer vor den Wechseljahren, wobei ihre Aussage Mit fünfzig geht es bergab" andeutet, welche Altersgruppe sie bevorzugt. Die Begründung, warum sie einem Jungen mit 17 absagt, wird nicht gegeben, die Altersgrenze ist also sehr weit gezogen, man könnte sagen, daß sie jeden nimmt, der sich anbietet.

E i n w ä n d e zum Ansatz:

Die Frau beschreibt, wie sie mit 79 Jahren die Sexualität neu entdeckt" hat. Bis zum 40. Lebensgefahr war sie aber bereits zwei Mal geschieden und hat drei eheliche Söhne.

Ausgangspunkt ist die Konsultation bei einem Arzt wegen Schlafstörungen. Der Arzt rät ihr, sich einen Partner zu suchen.

Sie holt Dinge an die Oberfläche, über die verklemmte Personen nicht reden. Dies mag für andere verklemmte Personen mit einfachem Bewußtheitsstand eine Lebenshilfe sein. Der Gang zu einem verantwortungsbewußten Arzt oder Therapeuten kann dieses Schreiben von Erlebnissen nicht ersetzen.

D e r p a t h o l o g i s c he A s p e k t :
Die Autorin berichtet, daß sie ihren ersten Orgasmus mit 79 Jahren hat. Sie hat aber drei leibliche Kinder, war mit zwei unterschiedlichen Partnern verheiratet, hatte ein ausgefülltes Berufsleben mit einer eigenen Buchhandlung und damit täglichen Kundenkontakten mit der Möglichkeit, über Literatur ins persönliche Gespräch zu kommen; nichts deutet darauf hin, daß sie lebensgeschichtlich in einer Orgasmusstörung verstrickt bleiben mußte, die sie also ein Leben lang mitgetragen hat und die ihr Leben in allem Erleben begleitet hat, ohne daß ein therapeutischer Eingriff notwendig schien und erfolgt war.
Der Arzt, der die Schlafstörung therapieren sollte, erkennt offensichtlich die eigentliche Problematik der Patientin und rät ihr zu einer Auseinandersetzung mit dem Leben: Sie solle sich einen Partner suchen, um zum ersten Male im Leben Liebe erfahren zu können. Sie übersieht, daß Liebe nicht vom Himmel fällt, sondern daß Menschen sich ihre Liebesfähigkeit erarbeiten müssen. Wir werden von Eltern, Schule, Zeitgeist usw. sozialisiert, übernehmen im Leben zunächst vieles von anderen, bis wir immer mehr für unser Leben verantwortlich werden. Für diesen Prozeß ist es nie zu spät. Bis in das hohe Alter können wir uns immer noch dazu entschließen, unser Leben selbst in die Hand zu nehmen, wenn wir das Gewordensein von Defiziten erkennen und bereit sind, diese Defizite aktiv abzubauen. Dies geht aber niemals, indem wir andere Menschen mißbrauchen und täuschen und indem wir nun unsererseits jede Verantwortlichkeit für andere von uns weisen. Bezeichnenderweise nimmt die Autorin nach ihren Sexabenteuern keine Rücksprache mit dem Arzt, weil sie diese fürchtet, wie sie in einer Talkshow bekennt. Die Autorin verwechselt Liebe mit ordinärem isoliertem Sex. Und selbst in den Talkshows, u. a. mit dem Literaturkritiker Karasek oder dem Gourmetgenießer Lafer, macht sich keiner die Mühe, ihr eigentliches menschliches Problem anzusprechen. Sie wird offensichtlich in ihrer Not von Verlag, Talkshows, Medien weiter gnadenlos mißbraucht und sie gefällt sich in ihrer Naivität in dieser Rolle. Sie läßt alle mit gefüllten Taschen zurück und genießt, daß sie einmal beachtet wird. Jemand, der in solchen Foren tiefergehend argumentieren würde, könnte sicher sein, daß dies nicht gerne gesehen würde, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Dafür sind die mediengewandten Teilnehmer zu clever, um sich kein Unbill zu machen. Zumeist handelt es sich ja um gern gesehene Dauergäste".

Die Autorin hat mit 79 Jahren ihren ersten Orgasmus und will mit reinem Sex alles nachholen, was sie versäumt hat. Dieser Einstieg geht an ihrer menschlichen Problematik vorbei. Wieder wird sie nur ausgenutzt und wird anschließend allein gelassen, es sei denn, daß sie mit dieser Show soviel Geld verdient, daß sie sich für die Zukunft ein oberflächliches Leben ohne tieferes Bewußtsein bezüglich ihrer Problematik leisten kann.

Dem Leser, der sich ernsthaft mit der Entdeckung der Liebe auseinandersetzen will, ist mit dieser billigen, naiv dargestellten Pornographie nicht geholfen.

Da sie sich wahllos irgendwelchen Männern anvertraut, wird sie potentiell zur Überträgerin von HIV-Virus/AIDS auf unterschiedliche Männer.
Sie sucht gebundene Männer, will also die perverse Lust erleben, in feste Partnerschaften einzubrechen. Sie zählt über fünfzig Besucher, die sie sofort in ihre Wohnung einlädt, womit die Hemmschwelle für Schnellkontakte mit Verheirateten erheblich herabgesetzt wird. Dabei ist alles an unterschiedlichen Männertypen dabei, wie beispielsweise ein Inhaftierter, der über Weihnachten Ausgang hat, oder schräge Typen, die sich ihrer Fäkalien annehmen möchten. Dies klingt alles nach einer späten Rache an der Gesellschaft, die sie für ihre Unmündigkeit verantwortlich macht, wobei sie jetzt aktiv Unrecht verbreitet.

Die alte Dame flüchtet in eine pornographische Scheinwelt, die Qualität von Liebe findet nicht statt.

In einer Schlußbetrachtung des Buches über Tod und Seele wird besonders deutlich, daß diese Auseinandersetzung mit Tod und Leben in einem Buch, das hauptsächlich in der Aneinanderreihung von Sexszenen besteht, fehl am Platz ist.

Fazit:

Die Autorin hat richtig erkannt, daß Sexualität etwas sehr Schönes sein kann. Sie hat aber ein Leben lang die Erfahrung von Liebe nicht erfahren und steht in dieser einseitigen Erfahrung von rein pornographischem Sex jetzt noch stärker im Abseits als in ihrem bisherigen Leben. Die vielen beschreibenden Passagen des Geschlechtsverkehrs und die verschiedenen Sexabenteuer zeigen ja, wie sie immer noch sehr viel Wert auf das Ausweichen, aus der Realität zu flüchten, legt. Der Problematik von Sex im Alter und den Gefühlen jenseits der Wechseljahre" wird komplett geflohen, zumindest was die veränderten Gefühle der Männer betrifft.

Der Leser möge sich abschließend fragen, ob sich mit der hohen Auflage dieses Buches irgendwas in der Gesellschaft positiv verändern könnte oder ob nicht damit die grundlegenden Ausbeutungsmechanismen gestärkt werden und brutal verdeutlicht sind:

- an den psychischen Leiden einer alten Frau wollen Verlag und Medien schamlos verdienen, ohne Rücksicht auf die wahren Bedürfnisse und Probleme der Autorin,
- denn keiner kommt auf die Idee, die Frau zu professioneller Hilfe zu ermutigen. Sie wird allseits in ihrem falschen Selbstbewußtsein bestärkt.
- Themen wie beispielsweise Tod, Gewissen, Leben, Alter werden im unpassenden Rahmen einer nackten Darstellung von Pornographie oberflächlich in der einzigen Absicht problematisiert, daß sich der einfach gestrickte Leser mit gutem Gewissen an den sexuellen Ausschweifungen aufgeilen darf. Tiefergehenden Konsequenzen dieser Lebenserfahrung bleiben oberflächlich, wären buchprojektschädlich. NDR (Drei nach neun") und WDR (Plasberg persönlich") haben eine Marktnische für Talkshows für sich aufgenommen, wie sie bisher nur in privaten Sendern möglich waren.

Erschütternd finde ich, wie reihenweise dargestellte und agierende Menschen jegliche angemessene Verantwortlichkeit vermissen lassen. Offensichtlich leben wir in einer umfassenden gesellschaftlichen Not und Gerissenheit, diese Sichtweise variiert je nach Standpunkt und Stärke der Handelnden.

II.
Nach diesen sozialpsychologischen und medizinischen Klarstellungen möchte ich Überlegungen zu dem außergewöhnlichen Erfolg dieses Buches ohne moralisch einengend empfundenen Hintergrund darstellen. Ich gehe mal davon aus, daß der überwiegende Teil der Leser die oben vorgetragene Darstellung zurückweisen wird, weil sie an ihren Bedürfnissen vorbei geht.
Der Erfolg ist dem Umstand zu verdanken, daß in ganz anderer Ebene die Leser angesprochen werden. Wenn kein literarisches Meisterwerk vorliegt, das solch hohe Erfolgszahlen erklären kann, so fällt der schlichte Anspruch in der Vermarktungsstrategie auf. Während das Buch jede Menge klare pornographische Inhalte hat und diese durch entsprechende Fantasien noch angereichert werden, gibt sich die Autorin in Talkshows als liebenswürdige Großmutter von nebenan. Hier werden Sehnsüchte nach Befreiung geweckt, die offensichtlich in vielen Menschen liegen, die diese aber nicht aussprechen dürfen. Nach der Frauenemanzipation mit dem Slogan Mein Körper gehört mir" und dem verschämten Ausbrechen in Swingerclubs wird hier als absolute Neuerung angesprochen, daß jedermann und jedefrau mit ihrem Körper machen kann, was er/sie will, ohne Verklemmung, ohne Bevormundung, in absoluter Selbstbestimmung. Heuchlerisches Ausbrechen in Bordelle, Nachtbars usw. werden ersetzt durch einen freien Umgang mit der Sexualität. Der Inhaftierte, der seinen Weihnachtsurlaub allein verbringen muß und sexuelle Bedürfnisse monatelang unterdrückt halten mußte, kann seine Sexualität einbringen, Menschen, die frustriert und allein durch das Leben zeitweise oder gar über längere Lebensphasen, beispielsweise auch mit wenig Hoffnung auf eine Änderung, gehen, sprechen sich dahingehend ab, daß sie Sexualität, und wenn es sein muß dann halt nur die Sexualität, ausleben wollen und sich in Anzeigen ohne finanziellen Aufwand entsprechend finden und absprechen. Damit wird ein Bedürfnis der Gesellschaft angesprochen, wenn man den Erfolg dieses Buchanstoßes recht einschätzt, das bisher nicht offen angesprochen werden durfte.
Erotische Feinkost - sehr empfehlenswert!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich habe dieses Buch eher zufällig in der Bahnhofsbücherei entdeckt und gekauft, weil mir der Einband so gut gefiel. Der Klappentext klang interessant und vielversprechend, offenbarte jedoch nur wenig von dem, was einen auf den nächsten Seiten erwarten sollte...

Ehrlich gesagt, zunächst war ich etwas, nunja, irritiert. Vielleicht sogar peinlich berührt. Oder gar geschockt? Damit habe ich nicht gerechnet. Elfriede Vavrik schreibt schonungslos ehrlich, offen und sehr direkt über Sexualität. Sexualität im Alter, Sexualität mit sehr viel jüngeren Partnern und Sexualität in vielen Facetten und Spielarten.

Nachdem ich den ersten "Schock" überwunden hatte, wollte ich dieses Buch nicht mehr aus den Händen legen. Es ist zugleich fesselnd, berührend und inspirierend und macht Mut hinsichtlich der Erwartungen, die man auch an die zweite Lebenshälfte stellen kann.

Ich mag ihre Art zu schreiben und ich mag die liebevolle Gestaltung des Buches - die Haupthandlung wird immer wieder ergänzt durch wunderschöne Schwarzweiß-Aufnahmen der Autorin und erotische Kurzgeschichten, die sie in den letzten Jahren verfasst hat.

Das Buch thematisiert sicherlich ein Grenzgebiet und bestreitet den schmalen Grat zwischen anspruchsvoller Erotik und Pornographie schwankend, dennoch - oder gerade deswegen - möchte ich seine Lektüre unbedingt empfehlen :-)
Nacktbadestrand
3 Punkte 3 von 5 Punkten
So geschrieben, dass jeder es lesen und verstehen kann. Ihre einfachen Worte erreichen auch diejenigen, die sich bisher nicht gewagt hatten,sich in ein Buch zu vertiefen. Natürlich ist auch der Inhalt ein Grund dafür. Ich hoffe dass ältere Frauen sich endlich wagen, sich ihrer Sexualität zu stellen um so ihr Leben noch bis ins ganz hohe Alter zu genießen. Danke Elfriede Vavrik, dass Sie den Mut hatten, das Thema Sex im Alter noch in ihrem Alter anzugehen. Ich finde, jede ältere Dame sollte es gelesen haben.
Nacktbadestrand
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Das Buch hat mir sehr gefallen, ein großes Kompliment an die Buchautorin, dass sie sich in ihrem Alter so etwas getraut hat.
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Produkt-Bild: So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein: Tagebuch einer Krebserkrankung

So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein: Tagebuch einer Krebserkrankung von Christoph Schlingensief

Gebundene Ausgabe von Kiepenheuer & Witsch
Preis bei Amazon: EUR 18,95, Angebote ab EUR 11,95

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3462041118, Erscheinungsdatum: April 2009, Auflage: 1., Auflage
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4 Kundenrezensionen:

Fast ein Sachbuch
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Bin kein großer Opernfan und kenne Schlingensief eher aus dem Feuilleton ganz allgemein aus den Medien.

Wegen der zahlreichen sehr positiven Rezensionen und weil ich einfach gerne lese, habe ich mir das Buch gekauft. Ich weiß nicht ob es an mir liegt, aber ich kann wenig bis gar nichts aus den positiven Rezensionen nachempfinden. Dieses Buch hat es nicht geschafft, mich zu berühren. Ich empfinde es als seltsam distanziert, fast wie ein Sachbuch, empfinde Schlingensief's Erzählstil als anstrengend. Obwohl der Autor ja einen Einblick in eine sehr belastende, sehr persönliche Situation gibt, bleibt er mir fremd. Ich wusste nicht, dass er wohl die meisten Passagen in ein Diktiergerät gesprochen hat und das Buch ist dementsprechend rein chronologisch aufgebaut. Ob das aber den Unterschied zu anderer Literatur zum gleichen Thema ausmacht?

Denke ich an Leonhard Lentz "Der Indianer" oder Ruth Picardie "Es wird mir fehlen, das Leben", werden beide Autoren sofort vor meinem geistigen Auge lebendig. Obwohl beide die Krankheit nicht überlebt haben. Das Buch von Lentz ist von Anfang der 90er Jahre, das von Picardie aus den späten 90ern. Das ist immerhin schon eine Weile her. Schlingensief habe ich eben ausgelesen und schon nahezu alles vergessen.

Schade. Hatte mir sein Buch, insbesondere nach den vielen 5-Sterne-Rezensionen, völlig anders vorgestellt und bleibe etwas ratlos zurück.
Mir hat's gefallen
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Wer bei diesem Buch einen ausführlichen Leidensbericht mit allen Schikanen erwartet wird enttäuscht. Oft fehlen Teile der "Handlung" und man wird eher ins kalte Wasser geworfen. Doch darum ging es für mich beim Lesen dieses Buchs gar nicht. Ich empfand die Darstellung des Prozesses der Selbstfindung und den Umgang mit der Krankheit wesentlich interessanter. Man lernt den Autor auszugsweise kennen und kann nicht alles in ein harmonisches Bild setzen. Das Buch hat mich zum Nachdenken gebracht und das ist alles, was man sich von einem guten Buch wünschen kann. Nichts ist schlimmer als einfach die Lösung am Ende präsentiert zu bekommen.
Für mich war das Buch eine Bereicherung.
Für von dieser Krankheit betroffene Menschen ist dieses Buch eine Ermutigung, nicht aufzugeben, vor allem die Würde nicht
5 Punkte 5 von 5 Punkten

Der berühmte Regisseur und Energiekünstler, der Tausendsassa der deutschen Kultur- und Theaterszene, jener Mann, der seit Jahren sprüht vor Ideen und der ruhelos von einem Projekt zum anderen hetzt, sieht sich Anfang 2008 von einem Tag auf den anderen mit der Diagnose eines Lungenkrebses konfrontiert; sein einer Lungenflügel ist betroffen, obwohl er doch gar nicht raucht.

Und so wie seine beruflichen Projekte versucht auch er auch diese Nachricht aufzunehmen. Er nimmt sich ein Diktiergerät und vertraut diesem Gerät in den folgenden Monaten fast täglich all das an, was er erlebt, denkt und fühlt:
"Dieses Buch ist das Dokument einer Erkrankung, keine Kampfschrift. Zumindest keine Kampfschrift gegen eine Krankheit namens Krebs. Aber vielleicht eine für die Autonomie des Kranken und gegen die Sprachlosigkeit des Sterbens. Meine Gedanken aufzuzeichnen, hat mir jedenfalls geholfen, das Schlimmste, was ich je erlebt habe, zu verstehen und mich gegen den Verlust meiner Autonomie zu wehren. Vielleicht hilft es nun auch einigen, diese Aufzeichnungen zu lesen. Denn es geht hier nicht um ein besonderes Schicksal, sondern um eines unter Millionen", schreibt er Ende März 2009 in seinem Vorwort, als nach einer vorübergehenden Verbesserung seines Zustandes durch eine Operation und eine anschließende Chemotherapie, sich auch in seinem verbliebenen Lungenflügel Metastasen gebildet haben.

Es ist ein schreckliches Buch, das Schlingensief da geschrieben hat, weil es von einer Krankheit handelt, gegen die ein Mensch sich letztlich nicht wehren kann. Es ist ein elendes, ein wahnsinnig trauriges Buch, aber auch ein sehr schönes Buch, weil es seinem Autor gelingt, eine Authentizität herzustellen, die unter die Haut geht.

In einem Leben, dass immer bestand aus Energie, völliger Freiheit, Plötzlichkeit und die Menschen mitreißendem Enthusiasmus, aus Wut und grenzenloser Phantasie, hat der Krebs die Macht übernommen.
Zunächst ist Christoph Schlingensief noch richtig bemüht, seine Diktate zu inszenieren, ist selbst ganz hingerissen von den vielen neuen Bildern, die ein solch radikal neuer Lebenszustand mit sich bringt:
"Es gibt eben Bilder, die haben keine Eindeutigkeit, in so einem Bild befinde ich mich zurzeit. Und ich habe das schließlich immer gemocht, dass es Bilder gibt, die nicht eindeutig sind, die aus Überblendungen bestehen und auf die die Leute völlig unterschiedlich reagieren."

Er besucht das Grab seines Vaters, träumt davon ein Opernhaus in Afrika zu bauen, wenn er wieder gesund wird und er setzt sich mit Gott auseinander. Mal ist er ihm nahe, mal ganz fern. Diese Gespräche mit Gott waren für mich die anrührendsten Passagen in einem Buch, das einen nicht kalt lassen kann. Wenn er etwa einfach schreibt: "Und ich lebe doch so gerne." Oder wenn er immer wieder mit Gott rechtet, einen Gott, den er durchaus als seinen Gott ansieht, und ihn anklagt wie damals Hiob: "Und das lieber, Gott, ist die größte Enttäuschung, dass du ein Glückskind einfach so zertrittst."

Das Buch ist ein Dokument eines Menschen, der so wie viele andere sprachlose Krebskranken vor ihm alle Phasen der Krankheit durchkämpfen muss, den Schock der ersten Nachricht, die Diagnose, die Hoffnung auf die Therapie, deren unsägliches Leid und am Ende doch zu spüren, dass man den Kampf verlieren wird. Aber er bleibt nicht sprachlos in seinem Leid; er spricht darüber, und behält gerade dadurch seine Menschenwürde bis zum nahen Ende, als er beginnt, Abschiedsbriefe in sein Handy zu tippen und jeder Optimismus verflogen ist.

Für von dieser Krankheit betroffene Menschen ist dieses Buch eine Ermutigung, nicht aufzugeben, vor allem, nicht die Würde aufzugeben, obwohl sie einem an jeder Ecke des medizinischen Betriebs geraubt wird. Für einen gesunden Leser wie den Rezensenten ist die Lektüre eine permanente Frage an sich selbst, wie man in einer solchen Situation handeln und entscheiden würde.

Und es bleibt zurück ein Gefühl der Dankbarkeit über jeden neuen Tag geschenktes Leben.
Wenig Leben/Menschen, viel Gott/Vater Schuld und Sühne
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Leider kommt der Mensch nur selten vor (Ausnahme Aino und Dr. Kaiser). Es geht viele, viele Seiten lang um die Gottesfrage und um die Beziehung zum verstorbenen Vater bzw. dessen Einstellung zum Leben.
Sollte Herr Schlingensief dieses hier lesen, so möchte ich sagen, dass ich mich natürlich nicht darüber aufregen darf, was er in seiner Gefühlslage in sein Diktiergerät säuselt. Ich bin halt eher ein "Aino-Typ" und brauche Gott (vielleicht noch) nicht. Der Gefühlswahnsinn mit Aino war aber schön zu lesen und hat mich sehr berührt.
Manchmal sind die Zeitlücken zu groß und manchmal zu klein. Es ist halt kein geplantes Buch und ich liebe nichts mehr als die Realität und Spontanität. Alles Gute! (Mit warmen Menschen auch ohne Gott)
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Produkt-Bild: Föhn mich nicht zu: Aus den Niederungen deutscher Klassenzimmer

Föhn mich nicht zu: Aus den Niederungen deutscher Klassenzimmer von Stephan Serin

Taschenbuch von rororo
Preis bei Amazon: EUR 9,95

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3499626705, Erscheinungsdatum: Sept. 2010
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4 Kundenrezensionen:

Realsatire oder nur real ?
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Beim Lesen eher lustig. Je länger man nachdenkt um so trauriger wirkt es. Zeigt es doch die Spaltung unserer Gesellschaft und das Versagen unserer Politiker und des Bildungssystems im Ganzen.
Das traurige: Es spielt sich nicht etwa in Hauptschulen ab sondern an Berlioner Gymnasien.
Das Buch und jeder kann sich "Fehlende Akademiker in Deutschland" und "G8" zusammenreimen.
Schade, dass dieses Buch nicht die gleiche explosive Kraft anderer aktueller Autoren hat. Das Thema wäre dazu allemal geeignet.
Rezension: "Föhn mich nicht zu"
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich habe mir das Buch diesen Freitag gekauft und habe es in einem Rutsch durchgelesen. Bin sehr begeistert von diesem Buch.
Hoffe das ich irgendwann einen 2. Band davon in meinen Händen halten darf.

MfG
Ein Muss für alle (ehemaligen) Referendare und alle, die es noch werden wollen
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Referendare und Junglehrer haben es nicht leicht: Sie versuchen, Einblick in den Großbetrieb Schule zu bekommen und werden dabei nur selten unterstützt. Die Spezies Lehrer, der sie selbst einmal angehören wollen, macht ihnen das Leben schwer. Und das vernünftige Unterrichten der Schüler gestaltet sich sehr viel schwieriger, als es sich der Referendar selbst als Schüler noch vorgestellt hatte.
Mit viel Humor und Ironie berichtet der Autor von seinen ersten Erfahrungen im Klassenzimmer als Referendar und Junglehrer. Es bleibt vor Lachen kein Auge trocken, wenn Stephan Serin von seinen verzweifelten Versuchen berichtet, die Schüler und Schülerinnen dort abzuholen, wo sie stehen - immer bemüht, es auch seinen Ausbildern (den sogenannten Seminarleitern/innen sowie dem Schulleiter) recht zu machen.
Ein tolles Buch, das zur Standardlektüre für alle Refendare werden sollte - und auch für all diejenigen, die noch mit dem Gedanken spielen, einmal Lehrer zu werden. Wann gibt es mehr, Herr Serin?
super lustig und liebevoll
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich kann mich der vorherigen Rezension nur anschließen. Selten musste ich beim Lesen eines Buches so lachen wie bei "Föhn mich nicht zu." Die Leseprobe hier auf Amazon verspricht wirklich nicht zu viel. Im Gegenteil, die Texte der Leseprobe zählen vielleicht sogar noch zu den etwas schwächeren Kapiteln des Buchen,wenn man von schwächeren Texten überhaupt reden mag. Das Buch ist meiner Meinung nach eine hervorragende Mischung aus Humor und Realismus. Stephan Serin berichtet beeindruckend ehrlich von den Schwierigkeiten im Lehrerberuf/
Referendariat,von den alltäglichkeiten Herausforderungen und vom Scheitern im Umgang mit den oftmals sogenannten "schwierigen" Schülern, ohne dabei die Jugendlichen zu diffamieren, für die er immer eine große Sympathie verspürt.
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Produkt-Bild: Ich bin dann mal weg. 6 CDs: Meine Reise auf dem Jakobsweg

Ich bin dann mal weg. 6 CDs: Meine Reise auf dem Jakobsweg von Hape Kerkeling

Audio CD von Roof Music
Preis bei Amazon: EUR 12,98, Angebote ab EUR 8,45

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3938781378, Erscheinungsdatum: Juli 2006
Zoom ± Produkt-Bild: Ich bin dann mal weg. 6 CDs: Meine Reise auf dem Jakobsweg
  • Hörbuch

Produktbeschreibung


Roof Music Kerkeling | Ich bin dann mal weg (6 CDs), VÃ--Datum: 15.07.06

Aus der Amazon.de-Redaktion


Hape Kerkeling, aus der Kirche ausgetretener Komiker, Königin-Beatrix- und Horst-Schlämmer-Parodist, Schauspieler und (Let?s Dance)-Moderator, und der Jakobsweg, einer der wichtigsten Pilgerpfade überhaupt -- passt das zusammen? Auf den ersten Blick nicht wirklich. Kerkeling hat selbst seine Zweifel, als er sich in den Pyrenäen mit seinem elf Kilo schweren Rucksack Kehre für Kehre in Richtung fernes Saniago de Compostela dahinschleppt. Doch im Lauf der rund 800 Kilometer langen Tour schwinden die Zweifel, sowohl beim Autor als auch beim Leser. Die beiden passen, und wie.
Der Jakobsweg ist seit knapp tausend Jahren Gegenstand unzähliger Aufzeichnungen und Bücher, gerade in den vergangenen Jahren gab es eine wahre Flut zu diesem Thema. Und doch ist Ich bin dann mal weg erfrischend anders, was an der ganz und gar typisch Kerkeling?schen Art und Weise liegt, seine rund sechs Wochen lange Tour amüsant und beschwingt, aber dennoch ergreifend und sehr persönlich wiederzugeben. Seine ungekünstelten Tagebucheinträge machen Mut, dass auch ausgewiesene Couch Potatos die durchaus vorhandenen Strapazen der Wanderung zu meistern. Strapazen lauern übrigens auch in Gestalt wenig komfortabler Unterkünfte, manch ungenießbar scheinender Mahlzeit und aufdringlicher Weggefährten.
Kerkeling nimmt alle Hürden und dabei kein Blatt vor den Mund. Er beschreibt die Dinge und Menschen, wie sie sind. Demzufolge fungiert das 320 Seiten starke und mit einigen netten Fotos angereicherte Buch als ausgezeichneter und sehr detaillierter Reiseführer -- wenngleich sich im Vergleich zum Jahr 2001, in dem dieser Trip stattfand, sicherlich einiges geändert haben dürfte. Wichtiger noch ist aber die Funktion als vom Jakobsweg losgelöster spiritueller Ratgeber. Das Gute daran: Das Buch will gar kein spiritueller Ratgeber sein. Missionarischer Eifer, arrogante Besserwisserei, nervige Erleuchtungseskapaden? Fehlanzeige. Und doch geht es viel um Gott, Religion, Wiedergeburt (ein Thema, dass die Boulevardpresse dankbar aufgriff) und die zentrale Frage ?Wer bin ich?? Seine Gedanken bringt Kerkeling in den so genannten ?Erkenntnissen des Tages? auf den Punkt. Kostprobe vom 3. Juli: ?Manchmal ist es das Vernünftigste, einfach herrlich verrückt zu sein!? Zum Beispiel, als untrainierter Wanderer sechs Wochen lang zu wandern. -- Christian Haas
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4 Kundenrezensionen:

sehr spannend und witzig!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Wirklich sehr interessant, was man alles so über den Hape erfährt. Wenn man ihn mag, dann kann ich das nur empfehlen.
Mitgepilgert
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich höre Hape Kerkelings Stimme so gerne und bin geistig mitgepilgert. Es war ganz einfach ein guter Hoergenuss. Dass er diesen Pilgerweg gegangen ist und ihn geschafft hat: Er hat meinen vollen Respekt. Dieses Hörbuch kann ich nur weiterempfehlen.
Ich bin dann mal weg
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Genial! Hape liest selbst und es ist so amüsant wie informativ. Da er sehr anschaulich erzählt, hat man am Ende das Gefühl, dabei gewesen zu sein. Ich hatte meist ein dickes Grinsen im Gesicht. Sehr zu empfehlen!
Hörbuch, Ich bin dann mal weg
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Wir haben zum ersten Mal ein Hörbuch gekauft und sind sowohl von dem Produkt Hörbuch als auch von dem Titel begeistert und können diese Kombination beruhigt weiterempfehlen.
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Produkt-Bild: Das Mädchen aus dem Song - Angie, Lola, Rita, Suzanne und Maggie May - und welche Geschichte sich dahinter verbirgt

Das Mädchen aus dem Song - Angie, Lola, Rita, Suzanne und Maggie May - und welche Geschichte sich dahinter verbirgt von Michael Heatley, Madeleine Lampe (Übers.), Thorsten Wortmann (Übers.)

Gebundene Ausgabe von Schwarzkopf & Schwarzkopf
Preis bei Amazon: EUR 14,95

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3896025791, Erscheinungsdatum: Sept. 2010
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3 Kundenrezensionen:

Regenbogenbuch
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Die Idee ist an sich gut und interessant. Die Hintergrundgeschichten einiger jahrzehntealter Hits werden beschrieben.
Was interessiert die Regenbogenpresse? Liebesbeziehungen und ihr Scheitern. Als kleines Kind habe ich die Klatschhefter durchgelesen, die schönen Fotos angeschaut. Das Buch beschreibt das Gleiche, nur etwas kompakter, aber ebenso oberflächlich. Für mich Erinnerungen an eine vergangene Zeit. Eine Gesellschaftsschicht, in der stabile Beziehungen nicht möglich scheinen und Verzweiflung herrscht, die sich in Musik ausdrückt. Leider fehlen die gedruckten Liedertexte.
Wer die Mädchen waren und was aus ihnen wurde
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Den Spuren der Musen nachzugehen, die Songschreiber und Komponisten zu weltbekannten Songs inspirierten, drängte sich schon lange auf. Der renommierte Musikjournalist Michael Heatley machte sich auf den Weg, um die Mädchen von damals aufzuspüren und ihre Geschichte zu erfahren. Das gelang selbstverständlich nicht bei allen. Und bei einigen Songs ist auch unklar, wer im Text wirklich gemeint ist. Das liegt nicht nur an der damaligen Auffassung von freier Liebe, sondern auch an der menschlichen Eigenart, die eigene Biographie umzuschreiben. Auf solche Geschichtsklitterungen zu stoßen, ist jedoch ebenso interessant wie die Entdeckung längst vergessener Ereignisse der Musikgeschichte. Und da sich der wahre Charakter bekanntlich im Verhalten zeigt, kommen von Weltstars auch Seiten zum Vorschein, die Fans am liebsten gar nicht wissen möchten. Musterehen gab es jedenfalls aus diesen frühen Liebesbeziehungen nur selten.

Wie verworren die Quellenlage oft ist, wird gleich beim ersten Song klar. Denn wen Jagger und Richards mit Angie meinten, ist noch heute umstritten. Jedenfalls streitet der Leadsänger der Rolling Stones vehement ab, dass er diese wunderbare Ballade für Bowies damalige Ehefrau geschrieben hat. Bei anderen der 50 beschriebenen Songs hingegen bleibt fast keine Frage offen. Zumindest nicht für den Leser. Einige Komponisten suchen jedoch noch immer nach einer Antwort, ob das Verlassen ihrer Jugendliebe richtig war.

Der Schreibstil von Michael Heatley korrespondiert nicht unbedingt mit der Poesie von weltbekannten Liebesliedern. Aber das liegt auch daran, dass er auf wenigen Seiten sehr viele Informationen unterbringen will. Das ist mir im Zweifelsfalle lieber als langes Geschwätz und in Worthülsen verpackte Spekulationen. Der Leser darf also damit rechnen, zu jedem Song und Mädchen so viel zu erfahren, dass er das entsprechende Lied neu hört und automatisch in eine andere Zeit abtaucht. Und wer nicht mehr weiß, wer Paul Anka, Ian Hinter oder James Taylor war, wird im einem Kästchen am Schluss des Kapitels aufgeklärt. In meine Gedächtnislücken fielen vor allem Musiker und Gruppen der letzten drei Jahrzehnte.

Mein Fazit: Ein Geschichtenbuch, das einen anderen Zugang zu einer Musikepoche ermöglicht, interessante Biographien vorstellt, schwelgen, träumen und trauern lässt. Nur schade, dass es keine CD mit den fünfzig vorgestellten Songs gibt. Aber das lassen die komplizierten Copyrights leider einfach nicht zu. Für Nostalgiker, Musikfreunde und Liebhaber von Lebens- und Liebesgeschichten.
Wer Angie war - oder auch nicht
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Alle Hintergründe kann der Autor Michael Heatley nicht aufklären, und es sind auch nicht immer die schönsten Songs oder grosse Erfolge, die er sich vornimmt. Trotzdem ist es ein sehr interessantes und kurzweiliges Buch, das dazu einlädt, sich so manchen Song mal wieder eingehend anzuhören.
Der Schwerpunkt liegt dabei ganz eindeutig auf Songs der 60er und 70er Jahre, wobei die Stones, Bob Dylan und die Beatles gleich mit mehreren der insgesamt 50 Songs vertreten sind. So dürfte das Buch hauptsächlich Fans dieser Dekaden ansprechen, zumal es zahlreiche biographische Details nicht nur über die Künstler, sondern auch über die besungenen Frauen (oder Mädchen) enthält. Da möchte man eigentlich noch viel mehr erfahren und empfindet den Zugang, das Mädchen aus dem Song, schnell als Begrenzung, wenn es zum Beispiel um eine Frau geht, die ihrerseits ein eigenes Lied über die Beziehung geschrieben hat (Joni Mitchell) oder wenn - entsprechend zu vielen Beziehungen in jener Zeit - ein Mädchen gleich von mehreren Künstlern besungen wurde (Pattie Boyd oder Angie Bowie).
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